Burnout

Der Zwang zum Perfektionismus, überhöhte Ideale und beschleunigte Arbeitsabläufe führen auf vielen Ebenen von der Wirtschaft bis zur Partnerschaft direkt in den Seeleninfarkt.

 Der Schlüssel zur Gesundung liegt in einer achtsamen und beseelten Lebensführung, die auf ein bewusstes Ankommen im Hier und Jetzt zielt. Das Burnout-Syndrom beschreibt einen Zustand der chronischen Überlastung, also eine völlige Erschöpfung. Burnout ist im klassischen Sinne keine Krankheit, sondern ein manchmal über Jahre hinweg andauernder Entwicklungsprozess, der letztendlich zu einer Krankheit wie etwa einer Depression, einer Angsstörung, einer Suchterkrankung etc. führt.

Die Betroffenen leiden oft unter Schlaflosigkeit, haben Kopfschmerzen und andere körperliche Beschwerden. Bei Studenten, die ständig versuchen dem permanenten Leistungsdruck gerecht zu werden und den Anforderungen standzuhalten, es jedoch nicht schaffen, treten Schuldgefühle auf. Sie werden von Versagensängsten geplagt und letztlich von Depressionen heimgesucht, bis sie erschöpft, überfordert und antriebslos sind. Dieser Zustand wird als Ausgebranntsein bezeichnet, was sich mehr und mehr als eine deutsche Bezeichnung für Burn-out etabliert.

Der Beginn einer Burnout-Entwicklung ist häufig gekennzeichnet durch den Zwang, sich beweisen zu müssen. Effektivität mit maximalem Einsatz eigener Ressourcen tritt auf Kosten von Effizienz, dem ökonomischen Einsatz der eigenen Arbeitskraft immer mehr in den Vordergrund. Dies führt letztlich in einen Teufelskreis hinein, wie er im Modell von Freudenberger & North dargestellt ist.

Studentengesundheit Phasenmodell Burnout

Ab Stadium 6 etwa ist professionelle Hilfe erforderlich. Oft wird ein Burnout aber erst erkannt, wenn Folgeerkrankungen eingetreten sind. Dann kann es auch für eine ambulante Therapie schon zu spät sein. Tatsächlich kommen zu viele Patienten zu spät in die Klinik, und je länger sie gewartet haben, desto schwieriger und langwieriger gestaltet sich die Therapie.

Burnout ist keine klinische Diagnose nach der Internationalen Klassifikation für Krankheiten, dem ICD 10. Burnout ist eher ein fortschreitender Prozess der Erschöpfung, der diagnostizierbare psychische Erkrankungen wie Depression, Angstzustände und Panikattacken zur Folge haben kann.

Burnout ist ein schleichender Prozess. Einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik gehen in der Regel vier bis sieben Jahre Entwicklungsgeschichte der Symptomatik voraus.

Leide ich selbst an Burn-out?

Burn-out gilt als die Krankheit unserer Zeit. Es betrifft häufig die Menschen, die bildlich gesprochen zu sehr brennen oder die einmal gebrannt haben.

Die Checkliste „Burn-out“ wurde anhand der von der WHO international herausgegebenen Kriterien psychischer Störungen und nach Phasenmodellen, die sich von Freudenberger & North (1992) herleiten, erstellt. Checkliste Burn-out zum Download.

Indikatoren für eine beginnende Erkrankung sind im körperlichen Bereich:

  • Schlafschwierigkeiten,
  • Veränderungen im Appetitempfinden,
  • steigendes Verlangen nach Alkohol und Nikotin,
  • körperliches Missempfinden wie chronische Muskelverspannung, Magen- und Verdauungsprobleme, Herz- und Kreislaufprobleme,
  • Müdigkeit.

Im psychischen Bereich:

  • anhaltende und sich wiederholende depressive Stimmungen,
  • diffuse Ängste,
  • innere Unruhe,
  • Desinteresse an Aktivitäten und Sozialkontakten.

Achtsam mit dem eigenen Körper und der Psyche umzugehen, ist ein entscheidender Aspekt der Prävention.

Oft nehmen Angehörige, Studienkollegen oder Freunde eine Veränderung eher war, als der Betroffene selbst. Es ist wichtig, achtsam mit sich selbst umzugehen und sich zu fragen: Bemerke ich Veränderungen an mir? Erkenne ich ein Zunahme der oben aufgeführten Symptome? Hat mich vielleicht schon jemand aus dem Bekannten- oder Familienkreis darauf angesprochen? Muss man mehrere dieser Fragen mit einem „Ja“ beantworten, kann dies auf eine beginnende Erkrankung hinweisen.

Meist ist der schwierigste Schritt, sich eine Erkrankung selbst einzugestehen und mit einem Arzt oder Therapeutenüber darüber zu sprechen. Aber auch ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Partner, der psychologischen Studienberatungsstelle oder den Professoren ist dringend anzuraten. Es ist wichtig, sich möglichst frühzeitig an andere zu wenden. Ignorieren der Symptome und die Neigung, alleine damit fertig werden zu wollen, führen in der Regel tiefer in den Teufelskreis. Gespräche wirken entlastend und eröffnen Möglichkeiten konkrete Veränderungen im persönlichen Verhalten und an äußeren Bedingungen einzuleiten. Eine ambulante oder stationäre Psychotherapie können helfen, die aktuelle Studien- und Lebenssituation zu reflektieren und neue Perspektiven zu entwickeln.

Literaturtipps zum Thema Burnout

Studentengesundheit Seeleninfarkt
Seeleninfarkt von Ruediger Dahlke

Der Zwang zum Perfektionismus, überhöhte Ideale und beschleunigte Arbeitsabläufe führen auf vielen Ebenen von der Wirtschaft bis zur Partnerschaft direkt in den Seeleninfarkt. Der Schlüssel zur Gesundung liegt in einer achtsamen und beseelten Lebensführung, die auf ein bewusstes Ankommen im Hier und Jetzt zielt.

Studentengesundheit Burnout bei Frauen
Burn-out bei Frauen von Herbert Freudenberger und Gail North

Burnout galt bisher als typisches Männer-Phänomen. Jetzt stellt sich aber heraus, daß Frauen genauso betroffen sind. Der tägliche Streß und die vielfältigen Belastungen bringen sie in einen Strudel emotionaler Hetze, der sie ausgebrannt zurückläßt.

Menü schließen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen