Carnivore Ernährung

Die carnivore Diät wird im Sprachgebrauch auch als „Fleischfresser-Diät“ bezeichnet, die ihren Ursprung in den USA findet. Wie der Name schon verrät, werden hierbei ausschließlich Produkte tierischen Ursprungs verzehrt, die maximal durch Wasser und Salz ergänzt werden. Teilweise wird das Fleisch auch roh verzehrt.

Genauer betrachtet finden sich ausschließlich rotes Fleisch, Fisch, Eier und Geflügel auf der Einkaufsliste wieder.

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Kann das überhaupt gesund sein?

Ein Defizit an Proteinen kann bei dieser Ernährungsform zweifelsfrei nicht entstehen. Ebenfalls abgedeckt werden – entgegen der allgemeinen Annahme – auch der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen wie bspw. B12.

Dennoch werden weder Kohlenhydrate, Balaststoffe oder das lebenswichtige Vitamin C aufgenommen. Anhänger dieser Diätform haben dafür jedoch eine Erklärung: Durch die nicht vorhandenen Kohlenhydrate verringere sich der Bedarf des Körpers an Vitamin C und der benötigte Anteil könne aus dem Muskelfleisch gewonnen werden. Dafür bilde der Körper einen Ketonkörper, der die Funktion des Vitamins C und somit die Bildung von Kollagen übernimmt. Ob Balaststoffe für den Körper notwendig sind, wird noch erforscht.

Nach derzeitigem Forschungsstand lässt sich diese Theorie nur durch erfolgreiche Erfahrungsberichte belegen. Sowohl der kanadische Psychologe Jordan Peterson und seine Tochter Mikhaila als auch der amerikanische Arzt Dr. Shawn Baker werben als prominente Vertreter für die Vorteile dieser Diät.

Vorteile

  • Gewichts- und Fettverlust
  • Behandlung und Prävention von Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Gluten)
  • Behandlung und Prävention von Allergien
  • Erhöhter Testosteronspiegel
  • Vermeidung von Blutzuckerschwankungen
  • Heilung von Diabetes, Depressionen und Verdauungsbeschwerden

Nachteile

  • Nährstoffmangel
  • Vitaminmangel
  •  fehlende Studien über die Langzeitauswirkungen
  • Umweltschädlich (höhere Treibhausgaswerte)
  • schwer in den Alltag zu integrieren
  •  Nachahmung eines Fastenzustandes (ohne Kohlenhydrate) führt vermeintlich zu den positiven Effekten

Fazit

Kannst du dir vorstellen morgens, mittags und abends nur Fleisch oder Fisch zu essen? Für den durchschnittlichen „Esser“ ist das schon eine drastische Umstellung. Deshalb können sich damit vermutlich wenige identifizieren. Auch die Liste der Nachteile fällt umfangreicher aus als bei anderen Ernährungsformen. Insbesondere die Tatsache, dass es keinerlei Studien über eventuelle Langzeitfolgen gibt, sollte zumindest zur Vorsicht aufrufen.

Die carnivore Diät erfordert sehr viel Selbstdisziplin und noch mehr Verständnis für den eigenen Körper. Sollte man sich für dieses „Experiment“ entscheiden, muss man die Reaktionen seines Körpers genau im Blick haben und bei eventuell auftretenden Folgen die Konsequenzen ziehen. In jedem Fall unerlässlich sind regelmäßige Arztbesuche für die Kontrolle der Blutwerte. So können Langzeitschäden ausgeschlossen werden.

Fresh Sea bass fish isolated on white background
Food. Raw steak on the table
Eggs isolated on white background

Literaturtipps & Rezeptideen zum Thema Carnivore Ernährung:

Die Carnivore Diät
Die carnivore Diät für Anfänger von James Willson

Dieses Buch richtet sich an alle Fleischliebhaber, die bei dem Gedanken daran, jeden Tag nur Fleisch zu essen und damit abzunehmen, hellhörig werden. Neben Rezeptideen wird auf die Entstehung der carnivoren Diät eingegangen und erläutert, was sie von anderen Diäten unterscheidet.

the carnivore diet
The Carnivore Diet (englisch) von Shawn Baker

Shawn Baker widerlegt in seinem Buch alle bisher angenommenen Theorien über Diäten und eine „ideale“ Ernährung. Basierend auf bisher erreichten Ergebnissen zeigt er die Vorteile der neuen Diätform auf und beweist, wie einfach man sie umsetzen kann.