Ergonomie

Das Sitzen nimmt zweifelsohne den größten Teil im Tagesablauf eines Studenten ein. Stundenlange Vorlesungen gefolgt von oftmals stundenlangem Lernen. Um trotz dessen einen optimalen Lernerfolg sicherstellen zu können, kann das Lernen sowohl Zuhause als auch in der Vorlesung durch ein paar kleine Veränderungen ergonomisch und somit effektiver werden.

Ergonomie im "Home Office"

Dass ein Zusammenhang zwischen dem Arbeitsplatz und dem Lernerfolg besteht, kann jeder Student spätestens nach der ersten Vorlesung in einem Hörsaal mit über 100 Personen bestätigen. Der Versuch, hier voll konzentrationsfähig zu bleiben, bleibt meist genau das – ein Versuch. Umso wichtiger ist es, Zuhause die idealen Bedingungen für einen garantierten Lernerfolg zu schaffen. Stellt euch dazu einfach die folgenden drei Fragen:

1. Der Stuhl - was ist eigentlich das Beste für meinen Rücken?

Ob klassischer Bürostuhl, Gymnastikball oder gefederter Bürohocker ohne Lehne – hier gehen die Meinungen auseinander. Fest steht jedoch, dass jeder am Ende des Tages seine Pflichten ohne Reue und Rückenschmerzen beenden möchte. Von besonderer Bedeutung ist es deshalb, einen Stuhl auszuwählen, der ergonomisch geformt und entsprechend eurer Bedürfnisse angepasst ist:

  • Die Sitzhöhe wählt ihr so aus, dass ihr die Arme auf den Tisch ablegen könnt ohne eure Schultern nach oben ziehen zu müssen.
  • Die Stuhlhöhe wird so angepasst, dass die Füße fest auf dem Boden stehen und Knie und Hüfte sich im 90° Winkel befinden.
  • Die Rückenlehne lässt sich im Idealfall verstellen und gibt bei Druckausübung entsprechend nach. Sollte euch ein gewöhnlicher Holzstuhl zur Verfügung stehen, kann die Bequemlichkeit über Polster und Auflagen angepasst werden.
  • Für kürzere Arbeitszeiten könnt ihr mit einem Gymnastikball o.Ä. arbeiten, um eure Rückenmuskulatur zu stärken und einer Fehlhaltung entgegenzuwirken. Achtet jedoch darauf, dass es nicht zu einer Überbeanspruchung und schließlich zu Verletzungen kommt.
piotr-wilk-Kc-OBw1fMJg-unsplash

2. Die Bildschirmhöhe – bin ich zu klein, ist er zu hoch?

Um den Nacken zu entlasten, sollte der Bildschirm auf Augenhöhe platziert werden. Dies kann durch die Verwendung von entsprechenden Vorrichtungen erfolgen, die das individuelle Einstellen der Bildposition ermöglichen. Da gerade Studenten seltener über diese Möglichkeiten verfügen, kann auch ein beliebiges Hilfsmittel als Unterlage herangezogen werden. Das gilt auch für die Arbeit mit einem Laptop. Gegenteilig solltet ihr euch bei zu hohem Bildschirm fragen: Sitze ich zu niedrig oder ist mein Tisch zu hoch eingestellt?

3. Der Tisch – (m)ein idealer Arbeitsplatz?

Wie viele Dinge finden sich auf eurem Schreibtisch wieder? Benötigt ihr all das wirklich oder lenkt es euch von der Arbeit ab? Nachdem ihr diese Frage beantwortet und hoffentlich eine ruhige Atmosphäre erschaffen habt, solltet ihr prüfen, ob der Schreibtisch dann immer noch zu klein ist. Falls ja, solltet ihr es ernsthaft in Erwägung ziehen, euch einen größeren anzuschaffen.

Natürlich könnt ihr auch persönliche Objekte, die ihr einfach gerne bei euch habt dort platzieren. Hier kommen beispielsweise Fotos, Pflanzen oder Dekoobjekte in Frage. Achtet nur darauf, dass es nicht zu viel wird.

Für einen optimalen Lichteinfall sorgt ihr, wenn sich das Fenster seitlich von eurem Schreibtisch befindet. Das Tageslicht hält euch wach ohne dass ihr von der Sonne geblendet werdet und ermöglicht ein ungestörtes Arbeiten.

gabriel-beaudry-5X5dCf4Pp44-unsplash

Ergonomie in der Vorlesung

In der Vorlesung lassen sich die aufgezählten Punkte leider nur schwer umsetzen. Schließlich werden die Stühle und Tische bereitgestellt und lassen in der Regel keinerlei Einstellung zu. Um wenigstens den Nacken zu entlasten, könnte man auch hier zu Hilfsmitteln greifen, den Laptop höher lagern und sowohl mit einer externen Tastatur als auch Maus arbeiten. So wird Problemen mit den Handgelenken vorgebeugt und eine gekrümmte Haltung verhindert.

Umso bedeutsamer ist es entsprechend auch, auf eine gerade Sitzhaltung zu achten und trotz der meist vorhandenen Holzstühle die natürliche Form der Wirbelsäule aufrechtzuerhalten. Hier kann auch ein kurzes Dehnen oder Aufstehen nach ca. 60 min. sinnvoll sein.

Literaturtipps zum Thema Ergonomie:

Gute Ergonomie - Gesünder Arbeiten am PC: Leitfaden von Petra Stehle

Mit diesem Leitfaden erhalten alle, die täglich viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen, wertvolle Tipps zur Prävention von Fehlhaltungen und Belastungen. Ausgehend von den individuellen Erfordernissen jedes einzelnen Menschen ergibt sich ein Prozess, der langfristig die Gesundheit und Bewegungsfreiheit am Arbeitsplatz fördert.