Verschiedene Lernmethoden

Genauso vielfältig wie die unterschiedlichen Lerntypen sind auch die Lernmethoden, aus denen jeder die geeignete für sich herausfinden muss. Denkt man einmal darüber nach, muss man vermutlich feststellen, dass die verwendete Lernmethode zu einem Zeitpunkt zufällig ausgewählt wurde. Zweifel daran, ob sie effektiv ist, hat man keine. Schließlich lernt man ja und was soll man da schon falsch machen?

Um dieser Frage nachzugehen und eventuelle Fehler aufzudecken, beleuchten wir im Folgenden ein paar gängige und ein paar ungewöhnlichere Lernmethoden. In jedem Fall empfiehlt es sich, vorher seinen Lernstil zu bestimmen.

"Gängige" Lernmethoden

Obwohl man manche Methoden bereits anwendet ohne darüber nachzudenken, sind hier vielleicht doch ein paar neue Anregungen für den nächsten Lernmarathon dabei:

Die wohl einfachste, am häufigsten benutzte und simpelste Lernmethode ist das Lesen gefolgt von Unterstreichen wichtiger Textpassagen. Obwohl diese Methode voraussetzt, dass man das Gelesene verinnerlicht, um das wichtige hervorheben zu können, stellt es nicht die ideale Methode dar, um viele Informationen abzuspeichern. Vielmehr eignet sie sich dafür, einen Überblick über den Stoff zu verschaffen, den man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal wiederholen möchte.

→ visueller Lerntyp

Jeder hat schon einmal einen Text gelesen und sich am Rand Notizen gemacht, die ihm dazu in den Sinn gekommen sind. Das Gute ist, dass diese Notizen darauf basieren, dass man über das zu Lernende nachgedacht hat und somit schon einen Teil abgespeichert hat. Die Notizen sind allerdings nur so gut wie die Gedanken, die man sich dazu macht. Wichtig ist es hier, konzentriert zu sein und keine fehlerhaften Gedanken niederzuschreiben, die man später falsch wiedergibt.

→ visueller Lerntyp

Um eine Mindmap zu erstellen, muss man sich mit der geforderten Thematik auseinandersetzen. Man bildet alle notwendigen Inhalte visuell ab und verknüpft sie miteinander. Auch eigene Ideen können hier mit eingebracht werden. Daraus erhält man schließlich eine Grafik, die den Lernstoff und die Zusammenhänge der einzelnen Inhalte abbildet. Auch hier hängt die Effektivität dieser Lernmethode von der Qualität der eigenen Ideen und Umsetzbarkeit ab.

→ visueller und motorischer Lerntyp

Jeder hat mindestens einen Kommilitonen, der sich die Mühe macht, alles auf Karteikarten zu schreiben. Auf der Vorderseite findet man in der Regel einen Begriff, der auf der Rückseite erläutert wird. Idealerweise ergänzt man diese Karten durch einen Karteikasten bzw. ein Spaltensystem, bei dem die Karten je nach Lernerfolg einsortiert werden. So erkennt man auf einen Blick, wo Bedarf zu verstärktem Wiederholen besteht.

→ visueller Lerntyp

Nie Ohne Seife Waschen“ – angefangen auf 12:00 Uhr merkt man sich so die Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn: Norden, Osten, Süden, Westen

Diesen oder andere Merksprüche hat sicher jeder schon einmal gehört oder sogar selbst gebildet. Sie bleiben einfacher im Kopf als das, was man eigentlich lernen soll und bringen einen z.B. durch Anfangsbuchstaben oder Reime auf die gesuchten Antworten. Diese Lernmethode lässt sich sowohl auf Worte als auch Zahlen anwenden und bleibt in der Regel im Langzeitgedächtnis. Leider ist es teilweise aufwändig und schwer, neue Eselsbrücken zu bilden.

→ motorischer Lerntyp

Übungen können je nach Lerninhalt unterschiedlich ausfallen. Ebenso können sie mündlich oder schriftlich erfolgen. Wichtig sind sie aber, um beispielsweise Mathematik oder Grammatik zu verstehen und zu verinnerlichen. Der Stoff muss dabei angewandt und mehrfach wiederholt werden. Mit dieser Methode kann man sich nach ein paar Wiederholungen fast alles merken.

→ motorischer Lerntyp

Neben dem Lesen und Unterstreichen ist das Sprechen auch eine der gängigsten Methoden zum Lernen. Man liest die Inhalte ab, sagt sie sich laut vor und hat direkt zwei Wahrnehmungskanäle aktiviert. Das kann gut funktionieren, wenn man einen ruhigen Arbeitsplatz hat und ungstört ist. In Gegenwart anderer Personen lässt sie sich nicht so gut in die Praxis umsetzen.

→ auditiver Lerntyp

Wer sich Lerninhalte vorspricht, um sie sich besser merken zu können, sollte auch die Technik des Diktierens ausprobieren. Ein entscheidender Vorteil ist es, dass man während der Aufnahme fokussiert bleiben muss und nicht so schnell abschweift. Da man diese Aufnahme einfach über das Smartphone machen kann, ist ein Abhören am Abend, im Bett, an der Bushaltestelle und einfach zu jeder Zeit (mit Kopfhörern) möglich.

→ auditiver Lerntyp

"ungewöhnliche" Lernmethoden

Wer sich mit all den „normalen“ Methoden nicht identifizieren kann oder einfach mal etwas Neues ausprobieren möchte, findet vielleicht an den folgenden, etwas ausgefalleneren Lernmethoden Gefallen:

Klingt komisch? Ist es auch! Es macht nämlich Spaß und bleibt viel besser im Kopf hängen als ein langweiliger Text.

Ob aktueller Ohrwurm oder langjähriges Lieblingslied: Nimm die Melodie und erfinde einfach deinen eigenen Songtext. Laut vorsingen ist hier definitiv erwünscht und in Kombi mit einem Diktiergerät kann man seine neue Lieblingsmusik auch unterwegs hören (lernen).

Hast du schon einmal versucht zu lernen während du draußen unterwegs warst? Verknüpfe dafür verschiedene Orte und Objekte mit verschiedenen Lerninhalten. Im Kopf kannst du dann diesen Weg entlang gehen und dich so an das Gelernte erinnern.

Kennst du schon die neue Zeiteinheit „1 Teelicht lang“? Wer sich nicht unbedingt nach jedem vollendeten Kapitel mit ungesunden Snacks verwöhnen möchte, sollte sich alternativ lieber an einem abgebrannten Teelicht erfreuen. Ca. 4 Stunden dauert es bis die Kerze abgebrannt und es Zeit für eine große Pause oder das Ende für heute ist. Die Motivation ergibt sich aus der Menge der abgebrannten Kerzen. Man kann genau nachvollziehen, was man bisher geleistet hat. Und dafür braucht man nicht einmal das Smartphone in der Nähe. Auf Wunsch kann natürlich auch mit Duftkerzen gearbeitet werden, die die Stimmung und den Raum aufwerten.

Mit einem Whiteboard kann man nicht nur der Umwelt etwas Gutes tun indem man Blätte einspart. Alternativ lassen sich hierauf persönliche Tagesziele und Lernfortschritte festhalten, die man bestenfalls so an der Wand platziert, dass man damit tagsüber konfrontiert wird. Nach jedem erledigten Punkt kann man seinen Fortschritt festhalten und so sein Tagesziel in kleinen Etappen erreichen.

Der Text in Geschichte über das Jahr 18. Jahrhundert ist total langweilig und du kannst dich mit dem Geschriebenen einfach nicht identifizieren? Dann schreib doch deine eigene Geschichte! Sei kreativ! Je merkwürdiger die Geschichte, desto besser kannst du sie dir merken.

Der Kopf raucht, Kopfschmerzen machen sich langsam bemerkbar und was du eigentlich gerade gelesen hast, weißt du schon lange nicht mehr. Dann hilft auch die beste Methode nichts mehr, sondern nur noch eine Pause! Beim Powernapping geht es darum, nur solange zu schlafen bis der Tiefschlaf einstzen würde. Das entspricht max. 20 – 30 min und darf auch nicht verlängert werden. Sonst wird aus einer unproduktiven Stunde schnell ein unproduktiver Tag. 

Und nicht vergessen: Wissen ist Macht!