Selbstführung

Ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und Tablet-PCs, uneingeschränkte Mobilität, immer mehr Arbeit muss von immer weniger Mitarbeitern erledigt werden. Die Anforderungen in der Arbeitswelt sind vielschichtig und werden immer komplexer. Um gesund durch die Arbeit zu kommen und nicht in einen Burn-out-Prozess zu geraten, spielen Selbstmanagement und Selbstführung eine große Rolle. Doch was ist das überhaupt?

Selbstmanagement ist eher der technische Aspekt und beinhaltet verschiedene Werkzeuge zur Organisation der Arbeit und der Lebensgestaltung. Dazu gehören z. B. Zeitmanagementsysteme wie virtuelle Kalender, Projektpläne, aber auch Ordnungssysteme im Büro wie Ablagefächer etc.

Techniken zum Selbstmanagement

Neben den genannten organisatorischen Werkzeugen zum Selbstmanagement, gibt es verschiedene andere Techniken, die einem die Kontrolle über sich und seine Gefühle ermöglichen. Dazu gehören Atemtechniken, Techniken zur Muskelentspannung und zur Veränderung des Denkens.

Selbstführung

Bei der Selbstführung stellt sich hingegen die Frage, wie man sich selbst durch sein Leben führt. Welche Werte habe ich? Wofür mache ich das alles? Was ist wesentlich in meinem Leben. Es geht also eher darum, die Schwerpunkte seines Lebens zu setzen. Ist man sich dieser bewusst, ist die nächste Herausforderung, sie im Leben zu verwirklichen.

Beide Bereiche, aber vor allem der der Selbstführung, stellen das moderne Leben vor große Herausforderungen, denn in der Gesellschaft herrscht ein absolutes Überangebot an Möglichkeiten. Das gibt den Menschen eine nie gekannte Freiheit. Wir haben aber nie gelernt, mit dieser Freiheit umzugehen und sie zu regulieren. Immer weiter, immer mehr ist die Devise. Deshalb sollte man sich in der Selbstführung fragen, ob man das, was man macht auch wirklich will, oder ob man es nur tut, weil es möglich ist.

Um diese Frage für sich gut beantworten zu können, kann der Prozess der Selbstführung in sechs Bereiche aufgeteilt werden, in denen man sich folgende Fragen stellen kann.

6 Bereiche der Selbstführung

Der erste Bereich ist die Arbeit. Hier sollte man sich fragen: „Arbeite ich das Richtige?“, „Bin ich am richtigen Platz?“ Die Herausforderung ist, dass mit zunehmendem Aufstieg in der Hierarchie oft eine Entfremdung vom eigentlich Beruf stattfindet und man irgendwann etwas völlig anderes tut. Ist man z. B. Ingenieur für Softwareentwicklung und steigt zum Abteilungsleiter einer IT-Abteilung auf, wird man sich mehr mit Führung und kaufmännischen Belangen beschäftigen müssen als zuvor. Deshalb ist es gerade da besonders wichtig, sich zu fragen, ob einen die Arbeit nährt – emotional und finanziell – und ob man der Versuchung der Karriere nachgibt , oder ob man lieber beim eigentlich Beruf und damit sich treu bleibt.

Der zweite Bereich ist das Tun. Wir haben ein Überangebot an Betätigungsmöglichkeiten außerhalb der Arbeit wie Kultur, Sport etc. Dadurch werden wir wie überschwemmt und wollen alles machen. Stattdessen sollten wir uns aber lieber fragen, was wir weglassen könnten. Das führt dazu, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert.

Der dritte Bereich ist die Interaktion. Hierbei sollte man sich fragen, ob man genug erfüllende Beziehungen hat. Das ist vor allem bei Männern wichtig. Frauen haben meist eine beste Freundin, Männer eher selten. Deshalb sollten sie sich fragen „Habe ich einen besten Freund, mit dem ich alle wichtigen Dinge im Leben besprechen kann?“. Erfüllende soziale Beziehungen können in Krisenzeiten helfen, sich selbst zu stabilisieren. In einigen Fällen könnte dadurch verhindert werden, dass sich eine psychosomatische Erkrankung wie etwa eine Depression entwickelt.

Der vierte Bereich ist das Spielen. In der Regel reduzieren Menschen zu allererst die schönen Dinge, wenn die Arbeitsbelastung steigt. Hobbies und Freunde werden vernachlässigt. Unter Spielen versteht man freies und schöpferisches Tun, das nur dem Selbstzweck dient wie etwa Musik hören oder machen, Malen, Sport, mit Freunden Unternehmungen durchführen. All das hört z. B.  bei Menschen mit Burn-out meist als erstes auf.

Der fünfte Bereich der Selbstführung ist die Regeneration. Schlafe ich genug? Bewege ich mich ausreichend? Esse ich gesund? Das sind die Fragen, die man sich stellen sollte.

Im sechsten Bereich geht es dann ums Thema Besinnung. Mögliche Fragen sind: „Wer bin ich? Was sind meine Überzeugungen? Was sind meine Werte? Ein geeignetes Werkzeug hierfür ist die Meditation. Einfach in regelmäßigen Abständen alle Dinge ruhen lassen, um über sich selbst nachzudenken.

Literaturtipps zum Thema Selbstführung

Selbstführung von Günter F. Müller

Wer sich dafür interessiert, wie man innere Transparenz erlangt, vorhandene Potenziale entdeckt, Willenskräfte mobilisiert oder Emotionen für erfolgreiche Veränderungsprozesse nutzt, findet in diesem Buch zahlreiche wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte Anregungen.

Selbst in Führung von Ingeborg Dietz

„Selbst in Führung“ sein heißt, guten Zugang zu Gefühlen und Anteilen der Persönlichkeit zu haben und diese situativ bewusst zu steuern. Leser erfahren, wie gute Selbstführung sie befähigt, unabhängig von alten Mustern aus ihrem inneren Selbst heraus automatische Reaktionen, schwierige Wechselwirkungen und Konflikte souverän zu meistern.

 

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