Selbsthilfegruppen

Oftmals stellt der direkte Weg zum Arzt oder Therapeuten bei psychischen Belastungen eine große Hürde für Studierende dar. Dann kann es sinnvoll sein, sich – neben dem Aufsuchen der psychologischen Beratungsstellen der Hochschulen – zunächst mit anderen Betroffenen auszutauschen. Dies ist in sogenannten Selbsthilfegruppen möglich.

In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen zusammen, um sich gegenseitig bei der Bewältigung ihrer Krankheit, eines psychischen oder sozialen Problems oder einer Behinderung zu unterstützen.

Die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe können in regelmäßiger Gruppenarbeit ihre Gedanken und bisherigen Erfahrungen untereinander austauschen und sich gegenseitig Halt beim Umgang mit ihrer schwierigen Lebenssituation geben.

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, die persönliche Situation jedes einzelnen Gruppenmitglieds zu verbessern. Generell ist die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe kostenlos. Die Treffen der Selbsthilfegruppenmitglieder erfolgen in eigener Verantwortung. Es gibt also keine festgeschriebenen Regeln oder Vorschriften, wie ein Treffen der Gruppenmitglieder auszusehen hat.

In der Regel werden Selbsthilfegruppen nicht von Fachkräften wie z.B. Ärzten oder Therapeuten geleitet bzw. moderiert, sondern eigenständig von den Betroffenen/Teilnehmern organisiert. Es ist aber durchaus möglich, Experten zu bestimmten Fragestellungen oder für einen Vortag über ein spezielles Thema in die Selbsthilfegruppe einzuladen.

Die Betroffenen werden in einer Selbsthilfegruppe also nicht von einem Arzt oder Therapeuten betreut! Deshalb kann die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe keinesfalls eine (evtl.) notwendige ambulante oder stationäre Psychotherapie ersetzen, sondern diese stattdessen vorbereiten, unterstützend begleiten oder im Anschluss an eine Psychotherapie erfolgen.

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe bietet eine Vielzahl von Vorteilen:

  • Betroffene fühlen sich mit ihrem Problem nicht mehr alleine, da sie in Selbsthilfegruppen auf „Leidensgenossen“ treffen.
  • Betroffene haben die Möglichkeit, offen über ihr Problem zu reden und ihre bisherigen Erfahrungen mit den Gruppenmitgliedern auszutauschen.
  • Betroffene erhalten oftmals weitere Informationen und Hilfestellungen zu ihrem Problem / ihrer Erkrankung und stoßen auf Verständnis für ihre persönliche (psychische) Situation.
  • Betroffene fühlen sich unter Umständen bestärkt, zusätzlich professionelle Hilfe bei einem Arzt bzw. Therapeuten aufzusuchen.
  • Betroffene schöpfen durch den Erfahrungsaustausch und den Gruppenzusammenhalt neuen Mut und Hoffnung, dass sie ihr Problem in den Griff bekommen können.

Weitere Informationen im Netz:

Eine gute Hilfe bei der Suche nach entsprechenden Selbsthilfegruppen in Deutschland bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS). Die NAKOS ist die bundesweite Aufklärungs-, Service- und Netzwerkeinrichtung im Bereich Selbsthilfe. Sie bietet in unterschiedlichen Datenbanken Hilfesuchenden Unterstützung an.

In der Datenbank „Grüne Adressen“ sind Adressen von bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen und -vereinigungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu finden.

Lokale Selbsthilfekontaktstellen und -unterstützungseinrichtungen werden in der Datenbank „Rote Adressen“ gesammelt.

Weitere Informationen zur NAKOS und ihren Datenbanken sowie Hilfe bei der Suche nach der passenden Selbsthilfegruppe unter http://www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de/ oder  http://www.nakos.de.

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